Herzlich willkommen in Lützkampen

am
Dreiländereck

Lützkampen St. Martin

 
Topographische Angaben

Dreiländereck: Deutschland, Belgien, Luxemburg, da, wo zwei alte Heerstraßen sich treffen: aus dem Luxemburger Raum über Dasburg, durch den Wehrbüsch, vom Kanal durch den belgischen Raum über Burg-Reuland, an den Gehöften Bock und Diedrichsborn vorbei nach Lützkampen. Der Ort liegt kurz vor dem Westwall, vor der Leidenborner Höhe. Verkehrsanbindungen: Richtung Leidenborn-Lichtenborn-Lünebach-Pronsfeld-Prüm oder Großkampenberg - Heckhuscheid - Weißenhof und Auffahrt zur A 60. Höhenlage: Höchste Stelle auf der "Nöll" 540 m, niedrigste Stelle an der Lützkampener Mühle. 

Dorfform: Langezogenes - halbrundes Straßendorf, ostwestl. Richtung. ausgehend vom Irsental bis zur Dorfmitte-Kreuzung. Heute viele Neubauten Richtung Harspelt und in der Bornwiese.

Ortsname

Wird verschieden gedeutet: Lützel-Lütz-Littelklein und Campus-Feld oder Siedlung. Lütsch-Letsch-Letzkampen mehr als eine Sprachvariante zum Luxemburg-Letzeburg. Diese Bedeutung würde der wirtschaftliche historischen und kulturgeschichtlichen Bedeutung entsprechen, als ein Gegensatz zum benachbarten Großkampen.

Geschichtliches

Früheste Zeugen

Uralter Wegkreuzpunkt von der Ostspitze Dahnens, quer über die Our, Wendung in dem gegenüberliegenden Römerberge über die Höhen Dahnens, durch den Wehrbüsch, über die Lützkampener Höhe. Ruinen von römischen Siedlungen wurden auf dem Lützkamper Bann gefunden. Aus der "Eiflia illustrata" geht hervor, dass Lützkampen seit dem 11. Jahrhundert zur Herrschaft Ouren, einem Lehnsteil der Grafschaft Dasburg zählte. Viele Namen früherer Vogteien sind noch im Ort erhalten. 1874 Einmarsch franz. Revolutionstruppen, Plünderungen. 1939 Evakuierung von Frauen und Kindern nach Mitteldeutschland

1944 Einmarsch der Amerikaner, Evakuierung nach Belgien durch die Amerikaner, 1945 erneute Evakuierung durch die Amerikaner. 1946 französische Besatzung

1. Weltkrieg: 10 Gefallene 

2. Weltkrieg: 27 Gefallene , 3 Vermisste, 6 Tote in der Zivilbevölkerung

Dörfliches
1947 Land Rheinland-Pfalz, Kreis Prüm, Amtsverwaltung Daleiden. 1955 Anschluss ans Kreiswasserwerk 1957 Kanalisierung 1971 Verwaltungsreform von Amtsverwaltung Daleiden zur Verbandsgemeindeverwaltung Arzfeld. Ortsbürgermeister ist derzeit Herr Patrick Bormann..

Kirchliches

Die Pfarrei umfasst heute: Lützkampen, Ortsteile Welchenhausen und Stupbach, die Siedlungen "Bock", "Diederichsborn", "Halvend", "Seif", "In der Losch", "Lendchen", "Nöll" und zwei Mühlen. Erbauungszeit der Kirche im frühen Mittelalter, bis 1796 war Lützkampen eine Filiale von Ouren. Schon 1500 musste nachweisbar Ouren einen Kaplan für den Pfarrort Lützkampen stellen. 1806 und 1927 Bau eines Pfarrhauses. 1962/63 Bau einer neuen Kirche mit Einbau des alten Chores. 1964 drei neue Glocken-Christ König. Maria St. Josef. - 1974 Einweihung der neuen Orgel. Patrozinium: St. Martin, verehrt werden auch die hl. Schwestern: Fides, Spes und Caritas. Friedhof: 1958 Umbettung auf neuangelegten Platz, (Lendchen) etwa 1 km vom Dorf entfernt. 1980 Leichenhalle gebaut. 

Der Kirchenchor Lützkampen

Nach der mündlichen Überlieferung gab es schon Ende des vorigen Jahrhunderts einen Kirchenchor in Lützkampen. Die Chormitglieder waren Männer. Im Jahre 1974 schaffte die Pfarrei Lützkampen eine neue Orgel an. Seit dieser Zeit trägt sie regelmäßig , zusammen mit dem Gesang unserer ca. 25 aktiven Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores, zur Gestaltung der Gottesdienste bei. Zum Aufgabenbereich des Chores gehört das Mitwirken bei kirchlichen Festen und örtlichen Veranstaltungen, wie Altentag, Jubiläen, Dekanatssingen usw. 

Schulisches

Bis Ende des 18. Jahrhunderts: Schulstuben in Privathäusern. Lehrer für Winterschule gedungen. 1825 Haus als Schulhaus gekauft, es diente diesem Zwecke bis 1898, dann wurde daraus ein Kolonialwarengeschäft. 1898 eigenes Schulgebäude mit Wohnung gebaut. 1960/61 im Anschluß an das alte Gebäude eine neue moderne Schule mit 2 Sälen, 1 Werkzeugraum und Pausenhalle errichtet. 1969 3 klassige, heute 4 klassige Grundschule. Einzugsbereich: Leidenborn, Großkampenberg, Sevenig, Harspelt, Roscheid, Eschfeld. 1979 Bau eines modernen Kindergartens und später der Bau einer modernen Gymnastikhalle.

Wirtschaftliche Entwicklung

Bis nach dem 2. Weltkrieg landw. strukturiert, meist Kleinbetriebe (Realteilung). Handwerk: Schmied, Schreiner, Schuster, Schneider, mit kleiner Landwirtschaft verbunden. In den letzten Jahren rapider Zurückgang der landw. Betriebe. Immer mehr Männer u. Frauen gehen anderen Erwerbsmöglichkeiten nach (vor allem Fa. Streif und Fa. Stihl) sowie in Luxemburg. Heute nur noch wenige landw. Betriebe mit Zukunft. Viele Neubauten in den letzten 20 Jahren.

Gewerbebetriebe

Ein Ort mit Zukunft?
Gaststätten u. Hotel (Stupbach, In der Losch), Schreinerei, Friseursalon & Bestell-Shop, Hermes Paket-Shop, Solartechnik, Getränkemarkt, Elektrogeschäft,  Finanzdienstleistung,  Holzhandel, und einen Maschinenbaubetrieb (Stupbach). Leider ist hier der Erhalt und die Ansiedlung von Gewerbebetrieben sehr schwierig und rückläufig. Es fehlt an der Grundversorgung durch Bäcker, Metzger, u. Lebensmittelgeschäft.

Vereinsleben

1910 Musikverein-Neugründung 1955, 1967 Sportverein, SG GLÜ, 1950 Freiwillige Feuerwehr (Neugründung). 1987 Kath. Frauengemeinschaft, monatlich Seniorenkaffee u. a. 1990 Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses.

Seid nunmehr 5 Jahren organisiert und gestaltet der Jugendverein ein Highlight mit immer größerem Erfolg. Ihre Halloween-Party 2004 zählte erstmals über 5.000 Besucher.

Die von allen Vereinen (Vereinsring) getragene Kappensitzung und der  Umzug sind das Ereignis der fünften Jahreszeit. Auch aus dem naheliegenden Ausland (Lux./Belg.), sowie den umliegenden Ortschaften treffen sich die "Jecken" zu einem fröhlichen "Lützkampen Helau". Auch im Jahr 2014 fand wieder ein Umzug mit ca. 20 Wagen und Gruppen statt. 
(Fotos vom Umzug 2014)

Sport

Juni/Juli 1999 errang Kerstin Daufer aus Lützkampen bei den Special Olympics in den USA je eine Goldmedaille im Stand-Weitsprung sowie im Ball-Weitwurf.

Brauchtum

"Fetter Donnerstag" der Tag der Frauen. Heischen der Kinder an Fastnacht. Klappern der Dorfjungen an den Kartagen. Burgbrennen am 1. Fastensonntag. Kirmes - letzter Sonntag im Juli (Grundsteinlegung der neuen Kirche). Martinszug, Martinsfeuer, Martinskirmes, Läuten für einen Verstorbenen. "Kandskaffee" nach der Geburt eines Kindes. "Schießen", wenn ein fremder Freier ins Dorf kommt. "Streuen"-Sägemehl vom Brauthaus bis hin zum Haus eines früheren Freiers. "Brautschuh versteigern", Schuh der Braut wird entwendet und versteigert. Erlös für die Braut, Trauzeuge muss Schuh zurückerwerben. "Maibaum setzen" der Dorfjugend. 

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