Haut & Haar

Die Haut

Biologisch gesehen ist die Haut ein Organ wie Herz, Leber und andere innere Organe des Körpers. Sie schützt diese Organe dadurch vor äußeren Einflüssen, dass sie den Körper mit ihrer Fläche von 1,3 bis 1,7 m2 bis auf die Körperöffnungen umschließt. Durch die sogenannte Hautatmung (1%) findet ein ständiger Gasaustausch statt.

Die Hauptschichten der Haut

Das Unterhautfettzellengewebe (Subcutis) besteht aus lockeren Bindegewebszellen. Es schützt die darrunterliegenden Organe und Knochen gegen Druck und Stoß, gegen Kälteeinwirkung, und ist ein Depot für Nähr- und Aufbaustoffe. Am Nasenbein, Schienbein und Ellenbogen fehlt das Fettgewebe. An anderen Körperstellen kann es unterschiedlich stark sein und gibt somit dem Körper seine äußere Form.

Die Lederhaut (Cutis) ist wie ein Flechtwerk aus vielen kleinen Fasern (Bindegewebe) aufgebaut und daher elastisch und zäh. In ihr befinden sich die Haarbälge mit den Haarbalgmuskeln, die Talgdrüsen, Schweißdrüsen, Blutgefäße und Nervenfasern.

Die Oberhaut (Epidermis) ist die äußerste Hautschicht. Sie ist verschieden stark, je nach ihrer Beanspruchung von außen. Bei genauer Betrachtung der Oberhaut lässt sich erkennen das sie sich ständig erneuert. Hautschuppen werden abgestossen.Von der Entstehung einer Hautzelle bis zu ihrer Abschuppung vergehen etwa 4 Wochen.

Die Oberhaut unterteilt sich in:

Hornschicht, Leuchtschicht, Körnerzellenschicht, Stachelzellenschicht und Basalzellenschicht.

Die Hornschicht bildet mehrere Lagen völlig verhornter Schuppenartig abgeflachter Zellen.

Die Leuchtschicht wirft die Strahlen des Lichtes wie ein Spiegel zurück.

Die Körnerzellenschicht besteht aus abgeflachten Zellen deren flüssiges Protoplasma zum Teil körnig geworden ist. In dieser Schicht beginnt die Umwandlung der Proteine in die härteren und wiederstandsfähigen Keratine.

Die Stachelnzellenschicht besteht aus Tochterzellen die aus der Basalzellschicht durch Zellteilung heraus gewachsen sind, und durch stachelige Fortsätze untereinander verbunden sind.

Die Basalzellschicht ist die unterste Schicht der Oberhaut und sorgt durch ständige Zellteilung für die Erneuerung der Oberhaut. Zudem werden in der Basalzellschicht die Hautpigmente, die der Haut ihre mehr oder weniger dunkle Farbe geben, gebildet und gelagert.


Die Seifenherstellung!

Seifen gewinnt man durch Kochen echter Fette mit Natron oder Kalilauge. Beim Kochen der Fette bildet sich ein zähflüssiger Seifenleim, aus dem man die Seife durch Aussalzen mit Kochsalz gewinnt. An der Oberfläche sammelt sich der Seifenkern, während Wasser, Glycerin und restliche Lauge die Unterlauge bilden.
Der Seifenkern wird abgekühlt, getrocknet und geschnitzelt. Werden keine Zusätze verarbeitet, gewinnt man durch Pressen in Stückform die Kernseife.
Neben dem Kochen aus echten Fetten gibt es das Carbonatverfahren. Dabei reagieren Fettsäuren mit Natrium oder Kaliumcarbonat zur Seife.


Haar, Haut, Dauerwelle

Das Haar besteht aus drei Schichten, der Schuppenschicht, Faserschicht u. der Markschicht !


Die chemischen Bestandteile des Haares sind die Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff u. Schwefel !


Glanz und Schimmer des Haares!

Wenn Lichtstrahlen bis zur Faserschicht durchdringen werden Anteile davon von den Pigmenten des Haares absorbiert. Nur die Mischfarbe braun und blond werden reflektiert und deshalb erscheint das Haar farbig.
Ein Teil der Lichtstrahlen wird von der glatten Oberfläche des Haares unmittelbar reflektiert (ohne bis zu den Farbpigmenten zu dringen), so entsteht der Glanz des Haares. Die feinen Kanten der Keratinschuppen wirken wie winzige Prismen und zerlegen auftreffende weiße Lichtstrahlen in die Spektralfarben.
Das ergibt einen besonderen Schimmer im Haar.
Dort wo die Oberfläche des Haares beschädigt ist, oder wo Schmutz die Lichtstrahlen behindert kommt weder Glanz noch Schimmer zur geltung.



Schuppenschicht des Haares

links - angegriffen (rau)
rechts - gesundes Haar (glatt)


Die Dauerwelle

Bereits im 17. Jahrhundert war es möglich Haare dauerhaft zu krausen. Man wickelte das Haar auf Holzstäbchen, kochte sie 2-3 Std. in Borax-Lösung und neutralisierte sie in Essigwasser. Dieses Verfahren konnte natürlich nur an abgeschnittenen Haaren angewandt werden, welche anschließend zu Perücken verarbeitet wurden.

Heute ist die dauerhafte Haarumformung in vielfältiger Weise verbessert worden.

Die Haardiagnose steht am Beginn jeder Wellbehandlung, denn vom Zustand des Haares hängt ganz entscheidend die Wahl des Wellmittels ab.

Vor der Dauerwelle (alk.) wird das Haar nur einmal leicht durchgewaschen und handtuchtrocken frottiert. Nach dem Wickeln (Kranzwicklung, Schemawicklung, In-Form-Wicklung) der Haare wird nun die Dauerwellflüssigkeit aufgetragen. Alkalisierungsmittel (Ammoniumhydoxid NH4OH) quellen das Haar und bewirken mit dem Reduktionsmittel (Thioglykolsäure H-S-CH2-COOH) die Spaltung der Salz - u. Schwefelbrücken im Haar . Dadurch verliert das Haar seine Festigkeit und wird formbar. Schutzstoffe wie Lanolin, Glyzerin. Lecitin und Stearin schwächen eine Haarschädigung weitestgehend ab. Nach angemessener Einwirkungszeit wird das Haar gut abgespült und gut abgetupft. Die nun folgende Fixierung mit einem passenden Oxidationsmittel (H2O2 oder Bromate KBrO3) schließt die Schwefelbrücken im Haar und hebt die Wirkung der Reduktionsmittelreste auf. Enthaltene Säuren neutralisieren die Restalkalien und entquellen das Haar. Abschießend wird eine Haarkur empfohlen.
 

Inhaltsstoffe einer Dauerwelle (Kaltwelle alk.).

1. Trägerflüssigkeit (z.b. Emulsion Ö/W).
2. Reduktionsmittel (z.b. Ammoniumthioglykolat).
3. Netzmittel (Tenside).
4. Schutz u. Pflegestoffe.
5. Duft u. Farbstoffe.


Haarausfall

KREISRUNDER HAARAUSFALL

Örtlich begrenzter Haarausfall (Alopezia areata). Kreisrunde oder ovale, scharf begrenzte Kahlstellen, ca. 3 mm lange Haarstümpfe an den Rändern mit verdicktem, ausgefranstem Ende. Betrifft bei meliertem Haar hauptsächlich die pigmentierten Haare (über Nacht weiß), plötzliches kommen und gehen.

Ursache: Möglicherweise Störung des Immunsystems. Im Extremfall Verlust aller Kopf- (Alopecia areate totalis) und Körperhaare (Alopecia areata universalis).

(Problemhilfe) in Verbindung mit Vitamin B-Komplex

DIFFUSE ALOPEZIE

Nicht scharf umgrenzter Haarausfall. Ausdehnung an Stellen wie Oberkopf, im Wirbelbereich oder an den Geheimratsecken

ANDROGENISCHER HAARAUSFALL

Typisches Muster bei Mann und Frau.

Ursache: Ererbte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Androgenen.


SCHUPPENBILDUNG

Wie die Körperhaut schuppt sich auch die Kopfhaut allmählich ab, erneuert sich von der Basalzellenschicht aus. Jedoch treten bei der Erneuerung der Kopfhaut oftmals Störungen auf, Schuppenbildung oder schnell fettendes Haar. Ursachen hierfür sind meist eine übermäßig starke Verhornung und damit eine verstärkte Zellproduktion, sowie ein Mangel an Hauttalg.

Manchmal trocknet die Haut auch durch äußere Einflüsse aus, z. B. ungeeignete Haarwaschmittel. Auch können bei Schuppenbildung Bakterien und Pilze in verstärktem Maße auftreten.

Behandlung:
Spezialpräparate, Shampoo, Packungen, Kopfwässer enthalten hornlösende Stoffe: Schwefel, Salizylsäure, Pyrithionsalze.
Spezial-Shampoos enthalten WAS  die die Kopfhaut nur wenig entfetten und nicht austrocknen. Kopfwässer enthalten außer Hornlösenden Stoffen auch desinfizierende Zusätze die Bakterien und Pilze bekämpfen.

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine Hautkrankheit, die nichts mit Schuppenbildung zu tun hat, obwohl sie auch die behaarte Kopfhaut befallen kann. Sie ist nicht ansteckend!